Über diese Website

Alltäglicher Schwachsinn aus dem Leben mit ‚Blinden Simulanten ‚ ( Augenerkrankung Retinitis Pigmentosa) aus der Sicht des Hundes Donna

Simulantin- Nicht ganz blind , nicht ganz sehend, irgendwo dazwischen!

Verheiratet , mit einem anderem Simulanten , der ebenfalls diese Augenerkrankung hat .

Nicht mehr ganz jung , aber auch noch nicht ganz alt , Baujahr 1967.
Kurz Ü 23 erhielt ich die Diagnose ‘Retinitis Pigmentosa’
O Ton der Oberarztes : Guten Tag Frau Simulantin, mein Name ist Professor Dr. XXX , ( Augenklinik Köln) , sie haben Retinitis Pigmentosa , das ist eine Augenerkrankung die zur Erblindung führt. Leider nicht heilbar.

Er erklärte mir kurz die Krankheit , drückte mir ein Heftchen einer Selbsthilfegruppe in die Hand und meinte : ‘ Am besten machen sie eine Umschulung! Besser jetzt wo sie noch etwas sehen, als später wenn sie blind sind !

Für mich brach in diesem Moment zuerst eine Welt zusammen.
Gerade verheiratet , ein kleines Kind , ein Beruf , ein Auto , ein Führerschein…….
Wie sollte es nun weitergehen?
Was soll ich denn Blind auf dieser Welt?
Wenn man blind ist , dann kann man NICHTS mehr alleine machen. Man ist immer auf fremde Hilfe angewiesen. Das wollte ich nicht!
(Dachte ich)

Die ersten Jahre nach der Diagnose verdrängte ich das ganze einfach!
Ich redete mir ein , ich hätte nichts .

Klar war ich schon etwas eingeschränkt. Wahrscheinlich habe ich in meinem ganzem Leben nie ein vollständiges Gesichtsfeld gehabt. Denn schon in frühester Kindheit hab ich Dinge umgerannt und übersehen.
Meine Eltern dachten immer ich sei verträumt.

Nachdem ich beim Autofahren die ersten Laternenpfähle und Radfahrer mitgenommen hatte , weil ich sie übersehen habe, stellte ich das Auto fahren ein! ( Zum Glück wurde niemand dabei verletzt)
Ein schwerer Schritt für mich!

Humor ? Den hatte ich damals verloren!
Aber man kann alles lernen!
Dabei half mir sehr ein blinde Frau die ich damals zufällig im Park kennengelernt hatte. Sie war ca 20 Jahre älter als ich , ist an der gleichen Augenerkrankung erblindet und ich traf sie jeden Morgen wenn ich meine Tochter in den Kindergarten brachte.

Ich bewunderte sie! Sie war so selbstständig. Ging jeden Morgen mit ihrem Führhund alleine durch den Park zur Arbeit.
Sie erzählte mir von ihren ganzen Hobbys und Aktivitäten.

Und irgendwann akzeptierte ich einfach diese Augenerkrankung und ein neues Leben fing an!
Was andere Blinde können, schaffe ich schon längst, dachte ich mir.

Vorbild waren und sind für mich nicht ‘die blinden’ die sich auf irgendwelchen Stammtischen treffen und sich gegenseitig bemitleiden, sondern die , die aktiv am Leben teilnehmen.
Dinge tun , die vielleicht für Blinde nicht alltäglich sind, wie aber auch stinknormale Dinge!
Es geht alles , wenn man nur will!

So und wen es interessiert , der kann hier auf dieser Seite auch die ein oder andere lustige , schöne ,wie auch traurige Geschichte aus einem Simulantenleben lesen.

Denn langsam werde ich eine alte, weise Simulantin!

Vielleicht findet sich der ein oder andere Sehbehinderte Simulant in meinen Geschichten selbst wieder.
Vielleicht hilft es dem ein oder anderen sich mit solch einer Erkrankung abzufinden.
Vielleicht hat der ein oder andere einfach Spass , hier das ein oder andere lustige zu sehen oder zu lesen!

Viel Spass wünsche ich Euch hier!

Die blinden Simulanten

P.S. Warum ‚ blinde Simulanten‘?

Weil man leider oft für einen Simulanten gehalten wird.
Die meisten Menschen , die nur noch einen kleinen Sehrest haben , werden es kennen.
Viele Mitmenschen verstehen es einfach nicht , das es nicht nur ‘blind’ (vollblind) und sehend ( normal sehend ) gibt.
Es gibt noch sehr viele Stufen dazwischen!
Vergleichbar ist das mit einem Rollstuhlfahrer , der zwar die meiste Zeit im Rollstuhl sitzt , aber noch in der Lage ist ein paar Schritte zu laufen!

Für alle die sich schwer vorstellen können wie man mit Tunnelblick( Retinitis Pigmentosa ) sieht , hier habe ich ein schönes Videobeispiel gefunden:

 

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4 Kommentare zu „Über diese Website

  1. Hallihallo, liebe blinde Simulantin,
    hier bin ich nochmal per mail.
    Schicke Seite, die eure Donna da betreibt ;-)))
    Und sehr interessant. Ich hab mir die Videos angeschaut – man lernt doch nie aus…
    Toll, dass ihr euch euren Optimismus, euren Humor und eure Lust aufs Leben bewahrt (oder vielleicht auch wiedergefunden) habt.
    Wenn ihr euch vorstellen könnt, bei meinem neuen Buchprojekt mitzumachen, würde mich das riesig freuen – denn ihr werdet bestimmt ganz andere Geschichte zu erzählen haben als all die anderen Fellnasen-Besitzer. Meine Whippet-Mädels begleiten mich seit nunmehr vier Jahren zur Schule (FÖS mit lernbehinderten und verhaltenskreativen Kindern und Jugendlichen, Klasse 1 bis 10). Und dann erlebt man ja auch im ganz normalen Alltagswahnsinn das ein oder andere Abenteuer…
    Auf jeden Fall freuen wir uns über Antwort!
    LG,
    Nicola mit
    Luna& Phalène

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Nicola und Anhang
      Vielen Dank für deinen Besuch , das Kommentar und das Lob.
      Ja , evtl. können wir uns vorstellen bei einen Buchprojekt mitzumachen. Was wird das denn für ein Buch und was müssten wir dafür machen ?
      Meine Vorgängerin Emma , eine Aussie Hündin hat auch lange mit verhaltenskreativen Kindern zusammengearbeitet und auch nit alten kranken Menschen im Altenheim . Ich bin dazu nicht geeignet , meint mein Frauchen . Aber egal , ich hab ja genügend andere Aufgaben .
      L.g.Donna

      Gefällt mir

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